Rechtsanwältin

Martin-Zacharias
Rechtsanwalt für Familien- und
Gesellschaftsrecht

Az 1 BvR 3326/14, Beschluss vom 25.3.2015, BVerfG-Pressemitteilung

Bundesverfassungsgericht: Kein Umgangsrecht für den Vater mit seinem Sohn - nur ein Brief pro Monat erlaubt

Der Vater darf seinen elfjährigen Sohn nicht sehen, bis das Kind dreizehn Jahre alt ist. Bis zu diesem Zeitpunkt ist dem Vater lediglich die Kontaktaufnahme per Brief gestattet und zwar einmal im Monat. Die Mutter muss die Briefe dem Kind unverzüglich aushändigen. Gegen diese Entscheidung des Oberlandesgerichts hatte der Vater vergeblich Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt.

Von einer überlangen verfahrensdauer kann nicht ausgegangen werden, da die Verzögerung im Wesentlichen dem Verhalten des Vaters zuzuschreiben sei. Der Mann erschien weder zu den Anhörungsterminen noch ließ sich nicht begutachten und er lehnte den zuständigen Familiensenat als befangen ab. Im September 2014 kam es zum Beschluss des Oberlandesgerichts. Der befristete Umgangsausschluss war mit dem Willen des Kindes begründet worden, das Begegnungen mit dem Vater vehement abgelehnt hatte. Durch die monatlichen Briefe habe der Vater die Gelegenheit, weiter Kontakt zu seinem Sohn halten und ihm sein fortwährendes Interesse an ihm und seinem Wohlergehen zu zeigen und schließlich die Neugier des Kindes zu wecken. Wenn das Kind knapp dreizehn Jahre alt ist, könne es im Rahmen seiner fortschreitenden Persönlichkeitsentwicklung möglicherweise ein eigenständiges Interesse an seinem Vater entwickeln.

zurück
Az 1 BvR 3326/14, Beschluss vom 25.3.2015, BVerfG-Pressemitteilung

Bundesverfassungsgericht: Kein Umgangsrecht für den Vater mit seinem Sohn - nur ein Brief pro Monat erlaubt

Der Vater darf seinen elfjährigen Sohn nicht sehen, bis das Kind dreizehn Jahre alt ist. Bis zu diesem Zeitpunkt ist dem Vater lediglich die Kontaktaufnahme per Brief gestattet und zwar einmal im Monat. Die Mutter muss die Briefe dem Kind unverzüglich aushändigen. Gegen diese Entscheidung des Oberlandesgerichts hatte der Vater vergeblich Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt.

Von einer überlangen verfahrensdauer kann nicht ausgegangen werden, da die Verzögerung im Wesentlichen dem Verhalten des Vaters zuzuschreiben sei. Der Mann erschien weder zu den Anhörungsterminen noch ließ sich nicht begutachten und er lehnte den zuständigen Familiensenat als befangen ab. Im September 2014 kam es zum Beschluss des Oberlandesgerichts. Der befristete Umgangsausschluss war mit dem Willen des Kindes begründet worden, das Begegnungen mit dem Vater vehement abgelehnt hatte. Durch die monatlichen Briefe habe der Vater die Gelegenheit, weiter Kontakt zu seinem Sohn halten und ihm sein fortwährendes Interesse an ihm und seinem Wohlergehen zu zeigen und schließlich die Neugier des Kindes zu wecken. Wenn das Kind knapp dreizehn Jahre alt ist, könne es im Rahmen seiner fortschreitenden Persönlichkeitsentwicklung möglicherweise ein eigenständiges Interesse an seinem Vater entwickeln.

zurück